Die Cunturines-Spitze – Piz dles Cunturines

Ein Dolomitengipfel der Fanesgruppe in Südtirol ist die Cunturines-Spitze. Dabei handelt es sich nicht um irgendeinen Gipfel – denn der Berg zählt zu den Dreitausendern, die sich in Südtirol befinden und ist zugleich mit einer Höhe von 3.064 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Gipfel der Fanesgruppe. Auf Ladinisch wird die Cunturines-Spitze „Piz dles Cunturines“ oder aber auch nur kurz „Cunturines“ bezeichnet. Teilweise wird der Berg auch Cunturines genannt.

Die Cunturines-Spitze erhebt sich über dem Ferienort St. Kassian, einer Fraktion der Gemeinde Abtei.

Die Cunturines-Spitze ist an der Nordseite mit der Lavarela über einen nur gering eingesenkten Grat verbunden und bildet mit dieser einen kolossalen Gebirgsblock. Dennoch ist die Cunturines-Spitze mit dem frei aufragenden Gipfelstock, der von weitem wie eine überdimensionierte Kuppel aussieht, ein eigenständiger Berg. Im Süden, Osten und Westen fällt die Cunturines-Spitze steil ab. Vor allem die Felsbastionen, die an der Südseite vorgelagert sind, geben dem Cunturines ein unverkennbares Erscheinungsbild und lassen diesen zusammen mit der Lavarela dennoch klar als einen eigenständigen Berg erkennen. Verstärkt wird das „felsige“ Erscheinungsbild dadurch, dass es aufgrund der Höhenlage und der senkrechten Felswände keinerlei Vegetation gibt und die Cunturines-Spitze damit als blanken Fels zeigt.

Wer sich die Cunturines-Spitze genauer ansieht, wird sicherlich nachvollziehen können, dass diese in der Sagenliteratur als „Königsschloss“ angesehen wird. So soll bei der Cunturines-Spitze das sagenhafte Königsschloss der Fanes zu finden gewesen sein. Es wird sogar berichtet, dass der ganze Berg ein riesiges Felskastell gewesen sein soll bzw. noch immer ist.

Besteigung der Cunturines-Spitze

Von der West- und Südseite – also auf den Seiten, an denen sich St. Kassian befindet – kann der Berg leider ausschließlich von Kletterern bezwungen werden. Wanderwege führen hier leider nicht zum Gipfel.

Wer von Nordosten die Cunturines-Spitze erklimmen möchte, dem steht hier ein relativ guter Steig zur Verfügung, der bis zum Gipfelaufbau führt. Von hier aus gibt es einen Klettersteig, der bis zum Cunturines-Gipfel führt. Dieser Klettersteig ist über das Limojoch auch von der Klein-Fanes-Alm und Groß-Fanes-Alm zu erreichen. Diese Route wird allerdings nicht empfohlen, da man hier zunächst auf die Klein-Fanes-Alm aufsteigen und dann wieder einen großen Höhenverlust in Kauf nehmen muss, um zum Limojoch zu kommen.

Der Piz dles Cunturines kann über den Normalweg erklommen werden, welcher durch das Tal führt, das der Cunturines und Lavarela bildet. Die Tour verläuft dann über den Cunturinessteig- bzw. Tru-Dolomieu-Klettersteig über den Nord-West-Grat nach oben.

Um die Cunturines-Spitze von der Südseite zu bezwingen, nimmt man in St. Kassian die Straße, welche zur Gaststätte Capanna Alpina führt. Der hier befindliche Parkplatz kann als Ausgangspunkt genommen werden. Von hier führt der Weg Nr. 11 steil zum Col Lodgia auf, welcher dann zum Tagegajoch weiterführt. Von hier geht es auf dem Talweg weiter bis man links abzweigt und auf dem markierten Steig durch das Lavarestal zum – leider oftmals ausgetrockneten – kleinen Cunturinessee kommt. Beim See geht über den markierten Hauptsteig über einen unmakrierten Steig, welcher stellenweise über Schutthänge zu einer Kammsenke führt. Bei dieser Kammsenke handelt es sich um die südliche von insgesamt zwei Kammsenken. Über ein Steiglein geht es linkerhand weiter zum Gipfelaufbau. Über eine gesicherte Route (die Fixseile und Leitern sind hier teilweise in schlechtem Zustand) geht es bis zum Gipfel weiter. Zum Ausgangspunkt kommt man wieder über die Aufstiegsroute. Für diese Tour ist eine gute Kondition und Erfahrung im Klettern erforderlich. Für den Aufstieg benötigt man etwa 4,5 Stunden, für den Abstieg etwa 3 Stunden.

Erstbesteigung

Nach den schriftlichen Dokumentationen hatte am 04.08.1880 Albrecht Grünwald mit dem aus Cortina stammenden Bergführer Santo Siorpaes die Cunturines-Spitze erstmals bestiegen. Diese zwei Bergsteiger gelten damit offiziell als Erstbesteiger des Gipfels. Dennoch wird vermutet, dass bereits vor Grünwald und Siorpaes der Gipfel von Gämsjägern bestiegen wurde.

Bärenfunde im Jahr 1987

Die Cunturines-Spitze hatte im Jahr 1987 für großes Aufsehen und für viele Schlagzeilen gesorgt. Der aus Corvara stammende Willy Costamoling hatte in einer Höhle des Berges auf einer Höhe von knapp 2.800 Höhenmetern zahlreiche Knochen gefunden, die etwa 50.000 Jahre alt sind und hauptsächlich von damals in dieser Höhe lebenden Höhlenbären stammten.

Heute ist die Höhle leer geräumt und nicht für die Allgemeinheit zugänglich. Wer sich allerdings über die Funde und den Bären, den „Ladin Ursus ladinicus“, informieren möchte, der kann dies in dem Museum tun, welches in Sankt Kassian eröffnet wurde. In dem Bärenmuseum dreht sich alles um die Funde und den Bären „Ladin Ursus ladinicus“, welcher zur Ehre der Ladiner diesen Namen erhalten hat. Nähere Informationen können unter: Bärenmuseum St. Kassian nachgelesen werden.

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Pragser Dolomiten

Neben den Sextener Dolomiten befinden sich auch die Pragser Dolomiten innerhalb der Bezirksgemeinschaft Pustertal.

Die Pragser Dolomiten wurden von der Anerkennung der Dolomiten durch die UNESCO als Weltnaturerbe erfasst und stehen seitdem unter einem ganz besonderen Schutz. Durch die Anerkennung der Dolomiten als Weltnaturerbe wird unter anderem verdeutlicht, dass es sich hier um Berge handelt, welche aufgrund ihrer über Jahrmillionen andauernden Entstehung weltweit einmalig sind. Wer im Gebiet der Pragser Dolomiten seinen Urlaub verbringt, kann hautnah nachvollziehen, weshalb diese Berggruppe einzigartig ist.

Zu den Pragser Dolomiten gehören folgende Berge: Dürrenstein, Herrstein, Kleine Gaisl, Hohe Gaisl, Monte Sella di Sennes, Monte Sella di Vigil, Kleiner Roßkopf und Großer Roßkopf und der Seekofel. Der höchste Berg der Pragser Dolomiten ist mit einer Höhe von 3.148 Metern die Hohe Gaisl.

In der Nähe von Niederdorf führt eine Straße direkt in das Pragser Tal. Bei Prags gabelt sich die Straße und führt rechterhand zum Pragser Wildsee, welcher sich am Fuße des Seekofels befindet, und linkerhand zur Plätzwiese.

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Sextener Dolomiten

Wer seinen Urlaub im Hochpustertal verbringt, der fährt in das östliche Feriengebiet von Südtirol hauptsächlich wegen der Dolomiten. Hier befinden sich die Sextener Dolomiten. Hält man sich in diesem Gebiet auf, kann man ohne Übertreibung sagen, dass man sich im Herzen der Dolomiten befindet. Sicherlich ist kein anderes Gebiet in Südtirol derart von den „bleichen Bergen“, wie die Dolomiten aufgrund ihres hellen Gesteins oftmals genannt werden, geprägt, wie das Gebiet rund um die Sextener Dolomiten mit den Hauptorten Toblach, Sexten und Innichen. Hier befinden sich auch die weltberühmten Drei Zinnen, welche das bekannteste Bergmassiv nicht nur der Sextener Dolomiten, sondern der gesamten Südtiroler Bergwelt sind.

Zu den Sextener Dolomiten gehören folgende Berge: Drei Zinnen, Dreischusterspitze, Paternkofel, Hochbrunnerschneid, Toblinger Knoten, Dreischusterspitze, Birkenkofel, Haunold, Achter Arzalpenkopf, Neunerkofel, Zehnerkofel/Sextener Rotwand, Elferkofel, Zwölferkofel und der Einserkofel. Die Dreischusterspitze ist mit einer Höhe von 3.145 Metern über dem Meeresspiegel der höchste Berg.

Link-Tipp: Berge Bezirksgemeinschaft Pustertal

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