Corvara

Corvara – Kurfar im Südtiroler Gadertal

Corvara ist eine Gemeinde im Südtiroler Gadertal und befindet sich innerhalb der Südtiroler Bezirksgemeinschaft Pustertal. Das Gadertal wiederum ist eines der insgesamt fünf Dolomitentäler, welche sich rund um das Sellamassiv erstrecken.

Zur Gemeinde Corvara, die etwas mehr als 1.300 Einwohner zählt, gehören die Fraktionen Kolfuschg und Pescosta. Die Gemeinde Corvara liegt auf einer Höhe von 1.568 Metern über dem Meeresspiegel. Der Ortsname „Corvara“ ist der ladinische Ortsname der Gemeinde. Auf Deutsch heißt Corvara „Kurfar“ und auf Italienisch „Corvara in Badia“.

Der Ort Corvara wurde bereits im Jahr 1296 urkundlich (in einem Dokument von Girardo di Coruera) erwähnt. Man geht davon aus, dass Corvara von „corvus“ abgeleitet wurde. Dieses lateinische Wort heißt übersetzt „Rabe“.

Der Sassongher befindet sich im Norden des Ortes. Im Süd-Westen befindet sich die Hochebene Pralongia. Von Corvara zweigen die Straßen zum Grödnerjoch und zum Campolongopass ab.

Corvara und das Ladinische

Jeder der nach Corvara und damit ins Gadertal kommt, dem fällt sicherlich sofort auf, dass hier sämtliche Verkehrsschilder die Ortsnamen auf drei verschiedenen Sprachen ausweisen. Als erstes wird stets der Ortsname auf Ladinisch bezeichnet. Bereits hier erkennt man, dass es sich beim Gadertal um ein ladinisches Gebiet und bei der Gemeinde Corvara um eine ladinische Gemeinde handelt. 91 Prozent der Einwohner haben Ladinisch als Muttersprache, nur 4,6 Prozent haben Deutsch und 4,4 Prozent Italienisch als Muttersprache. Mit diesem Anteil an Einwohnern, die Ladinisch als Muttersprache haben, hat Corvara den höchsten prozentualen Anteil dieser Sprachgruppe sämtlicher ladinischer Dolomitenregionen.

Das Gadertal und auch die Gemeinde Corvara haben sich in der Abgeschiedenheit die ladinische Sprache über viele Jahrhunderte bis heute bewahrt. Die ladinische Sprache entstand aus einer Mischung von Rätischem und Volkslatein bereits vor 2.000 Jahren.

Obwohl Corvara den höchsten Anteil an ladinisch sprechenden Einwohnern hat, wird der Unterricht ab der zweiten Klasse wöchentlich nur an zwei Stunden in dieser Sprache abgehalten. In den höheren Schulen wird sogar nur noch eine Stunde pro Woche auf Ladinisch unterrichtet. Ansonsten findet der Unterricht jeweils zur Hälfte auf Deutsch und auf Italienisch statt.

Corvara, eine Feriengemeinde

Die einstige Abgeschiedenheit des Tales und damit der Gemeinde Corvara gehört heute schon längst der Vergangenheit an. So brachten die Straßen – noch heute führen teils enge Straßen durch das Gadertal – den Anschluss an die Außenwelt.

Bezüglich des Tourismus ist Corvara die Spitzengemeinde des Gadertales. Der weite und sonnige Boden, der sich hier am Fuße des imposanten Sassongher, eines 2.665 hohen Dolomitengipfels, erstreckt, hat Corvara zu einer Gemeinde verholfen, in der der Fremdenverkehr die Haupteinnahmequelle der Bevölkerung ist. Bereits 1947 wurde hier der erste Sessellift von ganz Italien erbaut. Und heute reihen sich Cafés, Restaurants und Bars aneinander, die alles dafür tun, dass sich die Gäste hier wohl fühlen. Das Angebot an Unterkünften in Corvara ist breitgefächert. So kann man hier sein Urlaubsdomizil aus einer Vielzahl an Angeboten aussuchen, die vom Urlaub auf dem Bauernhof bis hin zum Luxushotel reichen. Corvara hat sich mit den Orten Abtei und Wengen zur Ferienregion Alta Badia zusammengeschlossen.

Die umliegenden Dolomiten, die unter anderem das Gadertal bilden, sind ein Magnet für Erholungssuchende und Bergliebhaber. So hatte hier sogar Sylvester Stallone den Actionfilm „Cliffhanger“ gedreht, da sich die Dolomiten im Vergleich zu den Rocky Mountains aufgrund ihrer majestätischen Erscheinungsform besser eigneten. Heute kommen sowohl im Sommer als auch im Winter zahlreiche Besucher in den Ferienort. Die Popularität von Corvara beim Fremdenverkehr kann daran gesehen werden, dass auf einen Einwohner von Corvara statistisch gesehen 500 Übernachtungen kommen.

Corvara im Sommer

Bergsteiger, Kletterer und Wanderer haben ihre wahre Freude an einem Sommerurlaub in Corvara. Die umliegenden Dolomiten bieten hier nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, sich sportlich in den Bergen zu betätigen. Das atemberaubende Panorama der Dolomiten, welches selbst den bekanntesten Bergzügen dieser Welt in nichts nachsteht, begeistert die Menschen schon seit ewigen Zeiten.

Aber auch, wer Spaß am Fliegen hat, der ist hier genau richtig. Vor allem Paraglider schätzen die Flüge rund um das Sassongher-Motiv. So kann man sehr häufig zahlreiche Paraglider beobachten, die ihre Runden in den luftigen Höhen hoch über den Dolomitengipfeln drehen.

Ein Golfplatz, Tennis und ein Biotop-Badesee bereichern zudem das Freizeitangebot von Corvara.

Corvara im Winter

Vor allem die Wintersportler wissen Corvara zu schätzen. Die bekannte Sella Ronda – die Umrundung des Sellamassivs – kann von Corvara aus bequem erreicht werden. Hier steht den Wintersportlern die gesamte Runde mit etwa 40 Kilometern Pisten zur Verfügung. Die Sella Ronda ist beim Dolomiti Superski-Verbund dabei.

Sehenswertes in Corvara

Wer in Corvara ist, der kann sich bereits an dem sauberen Ortsbild, welches durch die schmuck herausgeputzten Häuserfassaden gebildet wird und die umliegenden Dolomiten – allen voran dem Sassongher – erfreuen. Daher ist bei einem Spaziergang durch Corvara bereits das Ortsbild sehenswert. Allerdings sollte hier beachtet werden, dass es sich teilweise um eine Tiroler Einheitsarchitektur handelt und bei den Häusern die Dekors etwas übertrieben wirken.

Wer den besten Gesamteindruck von Corvara erhalten möchte, der sollte in den oberen Ortsteil gehen. Die Hauptstraße, die Streda Col Alt, macht einen Bogen und führt nach oben. Von hier kann man über den ganzen neuen Teil von Corvara blicken. Zugleich bietet sich hier ein Blick auf den Hang von Pescosta mit dem darüber liegenden Wald und der gewaltigen Felswand des Sassongher.

Pfarrkirche St. Katharina

Besondere Aufmerksamkeit sollte die Pfarrkirche St. Katharina erhalten, die bereits am 26.08.1452 zu Ehren des Heiligen Nikolaus und der Heiligen Katharina von Alexandrien geweiht wurde. Die Weihung erfolgte durch den Bischof Andreas von Brixen. An dem Ort, an dem sich die Kirche befindet, wurde bereits im Jahr 1347 die Existenz eines Gotteshauses erwähnt. Diese Stelle ist daher die älteste heilige Stätte von Corvara.

Der in der Kirche befindliche spätgotische Flügelaltar zeigt verschiedene Reliefs und Malereien von Heiligen und vom Tod der Heiligen Katharina. Bei dem Flügelaltar, welcher aus der Werkstatt von Ruprecht Potsch aus Corvara stammt, handelt es sich um den einzig erhaltenen Flügelaltar des Gadertales. Zu beachten sind in der Kirche, vor allem auch in der Apsis, die gut erhaltenen Freskomalereien.

Die Pfarrkirche St. Katharina wurde durch Jan Mati Pescoller renoviert. Im Jahr 1995 erfuhr die Kirche eine Restaurierung.

Kirche zum Heiligen Herzen Jesu

Mit der Kirche zum Heiligen Herzen Jesu befindet sich eine weitere und modernere Kirche in Corvara (die Kirche befindet sich in der gleichen Straße wie das Tourismus-/Informationsbüro). Diese Kirche wurde „erst“ im Jahr 1959 eingeweiht. Bei der Kirche handelt es sich um einen lichtdurchfluteten Kirchenbau. Der Altarraum hat einen hellen Marmorbelag, der Altar selbst besteht aus einem dunklen Marmor und bildet hier einen guten Kontrast.

In den Glasfenstern der Kirche sind die vier Evangelisten dargestellt. Die Glasfester an der Kirchen-Südseite zeigen die Heiligen Franziskus von Assisi, Katharina von Siena, Theresia vom Kinde Jesu und Bernhard von Aosta.

Wer bereits die Kirche betritt, wird auf die Grundsymbole des christlichen Glaubens hingewiesen. So sind in das Bronzeportal Reliefs eingearbeitet, die diese Grundsymbole und Jesus Christus symbolisieren. Symbolisiert wird dies durch die Buchstaben X (= CH) für Christus und P (= R). Alpha und Omega weist darauf hin, dass Jesus Christus der Anfang und das Ende von allem ist.

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Ferienregion Hochpustertal

Das östlichste Feriengebiet innerhalb der Bezirksgemeinschaft Pustertal ist die Ferienregion Hochpustertal. Dieser Teil des Pustertals – des grünen Tales von Südtirol – wird vor allem durch die Dolomiten geprägt. Hier stehen beispielsweise die weltberühmten Drei Zinnen, der Paternkofel oder der Seekofel, an dessen Fuße der Pragser Wildsee liegt. Die Dolomiten werden aufgrund ihres hellen Gesteins auch als die „bleichen Berge“ bezeichnet. Die UNESCO erkannte die Dolomiten aufgrund ihrer Einzigartigkeit als Weltnaturerbe an.

Wer seinen Urlaub im Hochpustertal verbringt, kann diesen inmitten des Herzens der Dolomiten genießen. Das Hochpustertal wird von den Dolomiten maßgeblich geprägt und bietet eindrucksvolle Wander- und Kletterrouten an. Dass es sich bei diesem Teil von Südtirol um eine besonders schützenswerte Landschaft handelt zeigt sich schon an der Tatsache, dass sich hier mit dem Naturpark Drei Zinnen (hier früher: Naturpark Sextener Dolomiten) und dem Naturpark Fanes-Sennes-Prags gleich zwei Naturparke befinden.

Im Feriengebiet Hochpustertal liegen die bekannten Urlaubsorte Innichen, Toblach, Niederdorf, Sexten und Pragser Tal.

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Ferienregion Tauferer Ahrntal

Das Tauferer Ahrntal ist das nördlichste Tal in Südtirol und besteht eigentlich aus zwei Tälern – dem Tauferer Tal und dem Ahrntal. Das Tauferer Tal erstreckt sich von Bruneck bis nach Sand in Taufers. Das Ahrntal beginnt bei Sand in Taufers und erstreckt sich bis zur Staatsgrenze nach Österreich.

Die Beliebtheit der Ferienregion Tauferer Ahrntal ist auf die Berge zurückzuführen, die sich hier befinden. Mehr als 80 Gipfel haben hier eine Höhe von mehr als 3.000 Metern über dem Meeresspiegel. Die höchste Erhebung ist mit einer Höhe von 3.499 Metern die Dreiherrenspitze.

In der Ferienregion Tauferer Ahrntal liegen die Urlaubs- bzw. Ferienorte Sand in Taufers, Prettau, Ahrntal und Mühlbach-Leppach. Darüber hinaus befindet sich in der Ferienregion der Naturpark Rieserferner-Ahrn. Der Naturpark, der seinen Namen von der Rieserfernergruppe erhalten hat, hat eine Größe von zirka 32 Hektar und ist damit Südtirols zweitgrößter Naturpark.

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Ferienregion Kronplatz

Einer der bekanntesten Dolomitengipfel Südtirols ist der Kronplatz. Der Kronplatz hat eine Höhe von 2.257 Meter über dem Meeresspiegel und hat der Ferienregion Kronplatz ihren Namen gegeben.

Vor allem Wintersportlern ist die Ferienregion Kronplatz ein Begriff. Hier finden Skifahrer und Snowboarder ein Paradies vor. Nicht umsonst machen die Hänge des Kronplatzes diesen zu einem der beliebtesten und größten Skigebiete von ganz Südtirol.

In der Ferienregion Kronplatz befinden sich mit den Naturpark Fanes-Sennes-Prags, dem Naturpark Puez-Geisler und dem Naturpark Rieserferner Ahrn gleich drei Naturparke, welche für die Urlauber und Feriengäste einmalige Ausflugsziele bieten und besten Erholungswert garantieren.

In der Ferienregion Kronplatz liegen folgende Gemeinden und Urlaubsorte: Olang, Antholzertal, Gsiesertal, Kiens, Pfalzen, Rasen im Antholzertal, Gais-Uttenheim, Terenten, Sankt Vigil in Enneberg, Welsberg-Taisten, Sankt Martin in Thurn, Percha und Sankt Lorenzen und die Stadt Bruneck.

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Ferienregion Hochabtei/Alta Badia

Eine Ferienregion des Pustertals ist die Ferienregion Hochabtei/Alta Badia. Diese Ferienregion befindet sich im südlichen Gadertal. Da diese Gegend ladinischen Ursprungs ist und diese Sprache in den Gemeinden auch heute noch gesprochen wird, ist die Ferienregion Hochabtei meist unter deren ladinischen Bezeichnung „Alta Badia“ bekannt („Hochabtei“ heißt auf Ladinisch „Alta Badia“).

Geographisch liegt Alta Badia im Südosten von Südtirol. Das Fassatal, Cortina, das Pustertal und das Grödner Tal grenzen an Alta Badia an. Im Feriengebiet Hochabtei/Alta Badia liegen die Orte Abtei, Wengen und Corvara.

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