Kolfuschg – Colfosco – Calfosch

Kolfuschg befindet sich im Südtiroler Gadertal und damit innerhalb der Südtiroler Bezirksgemeinschaft Pustertal. Der Ort gehört als Fraktion zur Gemeinde Corvara. „Kolfuschg“ ist die deutsche Bezeichnung des Ortes. Auf Italienisch wird Kolfuschg „Colfosco“ und auf Ladinisch „Calfosch“ genannt.

Von den insgesamt etwas mehr als 1.300 Einwohnern Corvaras wohnt der größte Teil in Kolfuschg. So zählte zum Jahresende 2010 Kolfuschg 529 Einwohner und ist damit die einwohnerstärkste Fraktion der Gemeinde Corvara.

Im gesamten Gadertal spricht der Großteil der Einheimischen Ladinisch. Bei dieser Sprache handelt es sich um eine mittlerweile 2.000 Jahre alte Sprache, die aus dem Rätischen und Volkslatein entstanden ist. Daher werden auch in Kolfuschg alle Hinweise, wie z. B. auf den Straßenschildern sowohl auf Ladinisch, auf Deutsch und auf Italienisch gegeben. Besucher müssen hier, obwohl der überwiegende Teil der Einwohner Ladinisch als Muttersprache hat, keine Sorge hinsichtlich Verständigungsschwierigkeiten haben. Die Einwohner können auch auf Deutsch bestens kommunizieren.

Kolfuschg liegt auf einer Höhe von 1.645 Metern über dem Meeresspiegel. Mit dieser Höhe ist Kolfuschg der höchst gelegenste Ort innerhalb der gesamten Ferienregion Hochabtei/Alta Badia.

Der Hausberg von Kolfuschg ist der Sassongher, der mit einer zeltähnlichen Form und einer Höhe von 2.665 Metern über dem Meeresspiegel, ein unverwechselbarer Dolomitengipfel innerhalb der Puezgruppe ist.

Kolfuschg und seine Entwicklung zum Urlaubsort

Das heutige Ortsgebiet von Kolfuschg wurde allen Anschein nach einst von Bauern aus Lajen und dem Grödner Tal genutzt, die hierher ihre Herde zum Weiden gebracht haben. Das erste Dokument, in dem Kolfuschg erstmals erscheint, stammt aus dem Jahr 1153. Der Abt von Innichen hatte Kolfuschg an den Graf von Sabiona verkauft. Nach und nach verweilten die Bauern in dem Ort und hatten auch begonnen, die Winter in dem Gebiet zu verbringen. Hierdurch entstand dann die erste Besiedelung von Kolfuschg.

Das Enge und schwer zugängliche Gadertal brachte es mit sich, dass die Erschließung an die Außenwelt sehr langsam und im Vergleich zu den anderen Regionen Südtirols sehr spät erfolgte. Dennoch wurde schon gegen Ende des 18. Jahrhunderts das Gadertal und damit Kolfuschg bei Erholungssuchenden und Naturliebhabern bekannt. Die einmalige Bergwelt, die hier zu finden ist, wurde schnell bekannt. Einen besonderen Teil, dass das Gebiet inmitten der Dolomiten bekannt wurde, trugen auch die Bergführer und Skilehrer bei, die die Menschen von weit her unter anderem nach Kolfuschg lockten.

Noch heute ist Kolfuschg ein beliebter Urlaubsort, welcher vor allem von allen Bergliebhabern gerne aufgesucht wird. Hier stehen eine Reihe an Pensionen und Hotels unterschiedlicher Preisklassen zur Auswahl, die jedem Anspruch gerecht werden. Die Berge und die Natur bieten zu jeder Jahreszeit ein optimales Umfeld für alle, die dem Alltagsstress den Rücken kehren und eine nachhaltige Erholung erfahren möchten.

Sehenswertes von Kolfuschg

Wer seinen Urlaub in Kolfuschg verbringt oder die Möglichkeit hat, in den Ort zu kommen, der sollte sich die Sehenswürdigkeiten ansehen oder die Ausflugsziele besuchen, die man von Kolfuschg aus erreichen kann.

Sassongher

Ohne, dass man lange danach suchen muss, ist der Sassongher schon eine Sehenswürdigkeit. Der Sassongher gilt als Hausberg von Kolfuschg und von Corvara. Majestätisch ragt der 2.665 Meter hohe Dolomitengipfel in den Himmel und prägt das Ortsbild von Kolfuschg maßgeblich mit.

Wer den Gipfel des Sassongher erklimmen möchte, der hat von Kolfuschg aus die besten Möglichkeiten. Von hier führt ein Weg zur Edelweißhütte, welcher dann bis zum Gipfelkreuz des Sassongher weiterführt. Nähere Informationen zum Sassongher können HIER nachgelesen werden.

Kirche St. Vigil

Malerisch liegt die kleine Kirche St. Vigil – die Kirche von Kolfuschg – an der Straße, die zum Grödner Pass führt. Die hell gestrichene Kirche mit dem Kirchturm mit Zwiebelhaube stellt zusammen mit dem im Hintergrund aufragenden Sellamassiv ein sehr schönes Fotomotiv dar.

Die Kirche St. Vigil wurde bereits im Jahr 1419 erstmals urkundlich erwähnt. In den Jahren von 1629 bis 1869 erfuhr die Kirche mehrere Restaurierungen und Erweiterungen, die die Kirche zum heutigen Kirchenbau entwickelten. Heute gehört die Kirche zum Dekanat des Gadertales. Dies war allerdings in der Vergangenheit nicht immer so. St. Virgil gehörte im Laufe ihrer langen Geschichte neben St. Christina, Lajen, Fassa auch zu Pieve di Livinalongo.

Von außen zeigt sich die Kirche als heller Kirchenbau mit einem Kirchturm, der spitzbogige Schallfenster aufzuweisen hat und die Kirchturmspitze aus einer Zwiebelhaube besteht. Wer die Möglichkeit hat, die Kirche im Inneren anzusehen, der sollte dem Hochaltar aus dem 19. Jahrhundert besondere Aufmerksamkeit schenken. Die Statue, welche den Vigilius von Trient und damit den Namenspatron der Kirche zeigt, ist allerdings nur in Kopie in der Kirche zu sehen. Das Original ist aufgrund seiner Kostbarkeit an einen gesicherten Ort untergebracht.

Hochseilgarten Kolfuschg

Wer einmal Lust hat, hoch oben in den Baumwipfeln zu klettern und dabei eine ganz besondere Erfahrung hinsichtlich Geschicklichkeit, Konzentration und Kondition haben möchte, dem empfiehlt sich ein Besuch des Hochseilgartens in Kolfuschg.

Direkt am Ortseingang befindet sich der Hochseilgarten, der mit fünf unterschiedlichen Parcours auf seine Besucher wartet. Die Parcours haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, sodass von Kindern und Anfängern bis hin zu Hochseilgarten-Profis alle auf ihre Kosten kommen. Hoch oben in den Bäumen, auf einer Höhe von fast 20 Metern wurde mehr als 600 Meter Seil verarbeitet und insgesamt 71 Plattformen installiert. Natürlich entspricht der Hochseilgarten den strengen Sicherheitsvorschriften. So hat jeder beispielsweise eine doppelte Sicherheitsleine, damit man niemals ein Stück ohne entsprechende Sicherung zurücklegen muss. Helm, Klettergurt und alle Sicherheitsvorrichtungen sind hier eine Selbstverständlichkeit.

Der Hochseilgarten Kolfuschg hat in den Monaten Juli bis September jeweils an den Wochentagen Sonntag bis Freitag von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr und von 14:00 Uhr bis 19:00 Uhr geöffnet.

Freizeitpark mit Streichelzoo

Nicht nur für Kinder ist ein Besuch des Freizeitparks mit dem Streichelzoo ein besonderes Erlebnis. Schon seit dem Sommer 2001 ist die Freizeitanlage in Kolfuschg für die Besucher geöffnet, die hier einen Einblick in das Bauernleben erhalten, was deren Tiere anbelangt. Alles, was auf einem landwirtschaftlichen Hof an Tieren lebt, ist hier zu finden. Von Ziegen und Schafen bis hin zu Hühnern und Hasen können die Tiere aus der Nähe betrachtet und auch gestreichelt werden.

Der gesamte Freizeitpark hat gepflegte Wanderwege vorzuweisen. Und die Ruhezonen, die man hier vorfindet, versprechen eine gute Erholung. Gut angenommen wird auch der sogenannte „Brottag“. Einmal wöchentlich veranstaltet der Tourismusverein Corvara-Kolfuschg mit einem einheimischen Bäcker einen Brottag, der beim Backofen im Park stattfindet. Interessierte erhalten hier einen Einblick ins Brotbacken unter dem Motto „vom Getreide bis zum Brot“. Interessierte sollten sich im örtlichen Informationsbüro informieren.

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Ferienregion Hochpustertal

Das östlichste Feriengebiet innerhalb der Bezirksgemeinschaft Pustertal ist die Ferienregion Hochpustertal. Dieser Teil des Pustertals – des grünen Tales von Südtirol – wird vor allem durch die Dolomiten geprägt. Hier stehen beispielsweise die weltberühmten Drei Zinnen, der Paternkofel oder der Seekofel, an dessen Fuße der Pragser Wildsee liegt. Die Dolomiten werden aufgrund ihres hellen Gesteins auch als die „bleichen Berge“ bezeichnet. Die UNESCO erkannte die Dolomiten aufgrund ihrer Einzigartigkeit als Weltnaturerbe an.

Wer seinen Urlaub im Hochpustertal verbringt, kann diesen inmitten des Herzens der Dolomiten genießen. Das Hochpustertal wird von den Dolomiten maßgeblich geprägt und bietet eindrucksvolle Wander- und Kletterrouten an. Dass es sich bei diesem Teil von Südtirol um eine besonders schützenswerte Landschaft handelt zeigt sich schon an der Tatsache, dass sich hier mit dem Naturpark Drei Zinnen (hier früher: Naturpark Sextener Dolomiten) und dem Naturpark Fanes-Sennes-Prags gleich zwei Naturparke befinden.

Im Feriengebiet Hochpustertal liegen die bekannten Urlaubsorte Innichen, Toblach, Niederdorf, Sexten und Pragser Tal.

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Ferienregion Tauferer Ahrntal

Das Tauferer Ahrntal ist das nördlichste Tal in Südtirol und besteht eigentlich aus zwei Tälern – dem Tauferer Tal und dem Ahrntal. Das Tauferer Tal erstreckt sich von Bruneck bis nach Sand in Taufers. Das Ahrntal beginnt bei Sand in Taufers und erstreckt sich bis zur Staatsgrenze nach Österreich.

Die Beliebtheit der Ferienregion Tauferer Ahrntal ist auf die Berge zurückzuführen, die sich hier befinden. Mehr als 80 Gipfel haben hier eine Höhe von mehr als 3.000 Metern über dem Meeresspiegel. Die höchste Erhebung ist mit einer Höhe von 3.499 Metern die Dreiherrenspitze.

In der Ferienregion Tauferer Ahrntal liegen die Urlaubs- bzw. Ferienorte Sand in Taufers, Prettau, Ahrntal und Mühlbach-Leppach. Darüber hinaus befindet sich in der Ferienregion der Naturpark Rieserferner-Ahrn. Der Naturpark, der seinen Namen von der Rieserfernergruppe erhalten hat, hat eine Größe von zirka 32 Hektar und ist damit Südtirols zweitgrößter Naturpark.

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Ferienregion Kronplatz

Einer der bekanntesten Dolomitengipfel Südtirols ist der Kronplatz. Der Kronplatz hat eine Höhe von 2.257 Meter über dem Meeresspiegel und hat der Ferienregion Kronplatz ihren Namen gegeben.

Vor allem Wintersportlern ist die Ferienregion Kronplatz ein Begriff. Hier finden Skifahrer und Snowboarder ein Paradies vor. Nicht umsonst machen die Hänge des Kronplatzes diesen zu einem der beliebtesten und größten Skigebiete von ganz Südtirol.

In der Ferienregion Kronplatz befinden sich mit den Naturpark Fanes-Sennes-Prags, dem Naturpark Puez-Geisler und dem Naturpark Rieserferner Ahrn gleich drei Naturparke, welche für die Urlauber und Feriengäste einmalige Ausflugsziele bieten und besten Erholungswert garantieren.

In der Ferienregion Kronplatz liegen folgende Gemeinden und Urlaubsorte: Olang, Antholzertal, Gsiesertal, Kiens, Pfalzen, Rasen im Antholzertal, Gais-Uttenheim, Terenten, Sankt Vigil in Enneberg, Welsberg-Taisten, Sankt Martin in Thurn, Percha und Sankt Lorenzen und die Stadt Bruneck.

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Ferienregion Hochabtei/Alta Badia

Eine Ferienregion des Pustertals ist die Ferienregion Hochabtei/Alta Badia. Diese Ferienregion befindet sich im südlichen Gadertal. Da diese Gegend ladinischen Ursprungs ist und diese Sprache in den Gemeinden auch heute noch gesprochen wird, ist die Ferienregion Hochabtei meist unter deren ladinischen Bezeichnung „Alta Badia“ bekannt („Hochabtei“ heißt auf Ladinisch „Alta Badia“).

Geographisch liegt Alta Badia im Südosten von Südtirol. Das Fassatal, Cortina, das Pustertal und das Grödner Tal grenzen an Alta Badia an. Im Feriengebiet Hochabtei/Alta Badia liegen die Orte Abtei, Wengen und Corvara.

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