Niederdorf

Niederdorf im Hochpustertal

Der Ort Niederdorf im Hochpustertal heißt seine Gäste das ganze Jahr über willkommen. Aus Niederdorf, einem Ort, der inmitten der Sextener und Pragser Dolomiten liegt, grüßte bereits schon die berühmte „Frau Emma“ und machte den heutigen Kurort weit über die Grenzen des Südtiroler Pustertals hinaus bekannt. Doch dazu später mehr.

Niederdorf in Zahlen

Niederdorf – auf Italienisch: „Villabassa“ – liegt auf einer Höhe von etwa 1.150 Metern über den Meeresspiegel und bietet zirka 1.550 Einwohnern eine Heimat. Der Großteil der Einwohner (92,09 Prozent) hat Deutsch als Muttersprache. Der Rest der Einwohner spricht italienisch. Das gesamte Gemeindegebiet reicht von einer Höhe von 1.115 Metern bis hinauf auf eine Höhe von 2.378 Metern über dem Meeresspiegel.

Schon im Jahr 994 wurde Niederdorf erstmals in einem Dokument erwähnt. Damals schrieb man für Niederdorf noch „Nidrindorf“. Aus diesem Namen entwickelte sich der heutige Ortsname. Als Pfarre wurde Niederdorf erstmals im Jahr 1225 erwähnt.

Die schon sehr frühe Erwähnung von Niederdorf zeigt auf, dass der Ort auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Doch es sollten noch mehrere Jahrhunderte vergehen, bis die touristische Bedeutung des Ortes zunahm. Erst im Jahr 1871 kam mit der Eröffnung der Pustertalbahn der Tourismus nach Niederdorf.

An ein besonders erfreuliches Ereignis erinnert man sich im Zusammenhang mit Niederdorf besonders gerne. Am Ende des Zweiten Weltkrieges im April 1945 wurde in Niederdorf ein Transport mit Sonderhäftlingen befreit. Dem Wehrmachtsoffizier Wichard von Alvensleben gelang es, den Transport mit den Häftlingen zu befreien. Unter diesen Häftlingen war unter anderem der deutsche Theologe Martin Niemöller, der österreichische Ex-Bundeskanzler Kurt Schuschnigg und die Familie Goerdeler und Familie Stauffenberg.

Der Fremdenverkehr und Frau Emma

„Frau Emma aus Europa“ wird auch heute noch zu touristischen Zwecken mit Niederdorf in Verbindung gebracht. Sie ist eine bekannte Persönlichkeit, welche zweifelsohne ihre Spuren in Südtirol, speziell in Niederdorf hinterlassen hatte. Bei Frau Emma handelt es sich um  Frau Emma Hellenstainer. Sie wurde im Jahr 1817 geboren und heiratete später den aus Niederdorf stammenden Josef Hellenstainer, der als „Adlerwirt“ bekannt ist.

Schon damals sah das Ehepaar Hellenstainer in der günstigen Lage Niederdorfs und der einmaligen Umgebung im Herzen der Sextener und Pragser Dolomiten und nahe des Pragser Wildsees die touristischen Pluspunkte dieses Ortes. Sie verstanden es, ihren Gasthof auszubauen und neue Zielgruppen im aufstrebenden Tourismus Niederdorfs zu erreichen. Vor allem auch aus kulinarischer Sicht hatte Frau Emma einiges dazu beigetragen, dass die damalige Pustertaler Kost mit den anspruchsvollen Standards der Biedermeierküche kombiniert wurde. Frau Emma machte sich einen bedeutenden Ruf als Gastgeberin und trug schon zu damaliger Zeit entschieden dazu bei, dass Niederdorf eine hohe touristische Bedeutung erlangte und ein bekannter Fremdenverkehrsort wurde.

Heute ist Niederdorf nicht nur ein bekannter Urlaubsort, sondern auch ein beliebter Höhenkurort. Vor allem die „grüne“ Umgebung, die durch die waldige Landschaft entsteht und die in der näheren Umgebung vorhandenen Heilquellen machten Niederdorf schon zeitig zu einem Zielort für Sommerfrischler. Besucher, Urlauber und Kurgäste Niederdorfs können also einen überaus erholsamen und gesunden Aufenthalt genießen.

Ein „Filetstück“ Niederdorfs ist auch die Parkanlage. In der Parkanlage befindet sich unter anderem ein Parkteich, ein Tennisplatz mit Flutlichtanlage und eine überdachte Bocciabahn, die jeden Aufenthalt interessant, abwechslungsreich und kurzweilig werden lassen.

Niederdorf zu jeder Jahreszeit

Niederdorf ist zu jeder Jahreszeit ein beliebter Urlaubs- und Kurort. Jede Jahreszeit hat ihre eigene Faszination. So schätzen die Gäste im Winter das naheliegende Skizentrum Hochpustertal, bei der alle gängigen Wintersportarten – vom alpinen Skifahren bis zum Rodeln und Schneeschuhwandern – ausgeübt werden können. Auf Langläufern wartet ein Loipennetz mit insgesamt 200 Kilometern Länge, welches bestens präpariert ist. Und wer etwas Ausgefallenes unternehmen möchte, der sollte beim Eiswasserfallklettern mitmachen.

Im Sommer kann der Urlaub aktiv und sportlich gestaltet werden. Die sprichwörtlich vor der Haustüre befindlichen Dolomiten bieten die Möglichkeit für Wanderungen, Klettertouren und Mountainbiketouren an. Zudem kann Niederdorf von allen Sportbegeisterten gewählt werden, die hier ein Trainingslager absolvieren möchten. Schon alleine die Höhe des Ortes bietet optimale Voraussetzungen, die körperliche Fitness zu verbessern. Der Ort bietet zudem noch gute Rahmenbedingungen. So wird beispielsweise angeboten, dass die Trainings- und Sportbekleidung täglich gewaschen wird, eine optimale Verpflegung erfolgt. Aber auch internationale Freundschaftsspiele werden von Niederdorf organisiert.

Sehenswertes

Wer sich in Niederdorf aufhält, der sollte sich die Pfarrkirche ansehen, die dem Heiligen Sankt Stephanus geweiht wurde. Diese Kirche wurde bereits in der Zeit von 1792 bis 1796 erbaut. Das Altarbild wurde von Martin Knoller gemalt.

Einen Besuch ist auch die Spitalkirche wert. Das Spital von Niederdorf wurde im Jahr 1456 gegründet. Gleichzeitig wurde damit begonnen, die Spitalkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit zu errichten. Allerdings zog sich die Bauphase über fast zwei Jahrzehnte hin und konnte erst im Jahr 1473 fertiggestellt werden. So wie die Kirche heute zu sehen ist, ist der Erweiterungsbau enthalten. Im 17. Jahrhundert wurde die etwa 200 Jahre zuvor erbaute Spitalkirche nämlich erweitert. Heute ist die Spitalkirche mit dem ehemaligen Spital durch eine Vorhalle verbunden, so dass die zwei Gebäude eine Einheit bilden.

Die Geschichte, wie sich der Tourismus im Pustertal entwickelt hat, wird im Fremdenverkehrsmuseum von Niederdorf dargestellt. In dem Museum kann beispielsweise erfahren werden, welch wichtige Rolle der Alpinismus für Niederdorf und die gesamte Region gespielt hatte. Auch die hohe Bedeutung der Pustertal Eisenbahnlinie für den Tourismus von Niederdorf wird in dem Fremdenverkehrsmuseum aufgezeigt.

Am Fuße des Eggerbergs und etwas abseits des großen Tourismusstromes liegt die Kirche St. Magdalena im Moos. Diese Kirche wurde bereits im 13. Jahrhundert in einer Diözesanbeschreibung erwähnt, allerdings im 15. Jahrhundert neu erbaut. Die Frau des Grafen Leonhard von Görz gab den Anlass, dass die Kirche St. Magdalena im Moos neu erbaut wurde. Die Frau war damals an Gicht erkrankt und wurde während eines Badbesuchs in Prags von der Gicht geheilt. Die Dankbarkeit über die Heilung war so groß, dass sie die Kirche stiftete. Die in der Kirche St. Magdalena im Moos eingebaute Kirchenorgel wurde von Franz Khöck im Jahr 1693 gefertigt und ist europaweit bekannt. Diese Kirchenorgel zählt als besonders wertvolle Orgel in musikalischer und historischer Hinsicht.

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