Herbstenburg

Die Herbstenburg bei Toblach im Pustertal

Toblach ist ein kleiner Ort im Südtiroler Pustertal. Die landschaftlich idyllisch gelegene Gemeinde ist ein häufig frequentierter Urlaubsort. Das Dorf wird auch das „Tor zu den Dolomiten” genannt, denn es bietet einen einmaligen Blick auf das Gebirge. Gesundes Klima, Sport im Winter und Sommer, reges Kulturleben und viele Sehenswürdigkeiten zeichnen den Ort aus.

Ansitz Herbstenburg

Eine der bekanntesten und interessantesten Sehenswürdigkeiten ist die Herbstenburg. Sie liegt direkt hinter dem Friedhof der Pfarrkirche von Toblach. Die Herbstenburg ist im Grunde keine Burg, sondern wird als Ansitz bezeichnet, ein nur wenig befestigter spätmittelalterlicher Wohnbau. Doch das tut der Attraktivität des Gebäudes keinen Abbruch. Der Ansitz ist ausgesprochen sehenswert. Der Eindruck von weitläufiger Wehrhaftigkeit bestätigt sich, wenn ein Rundgang um die Burg herum das gesamte Bild deutlich macht. Besichtigen kann man die Burg nicht, denn sie befindet sich in privatem Besitz. Eigentlich ist es schade, dass die wunderschönen Räume mit sehenswerten Gewölben, Deckentäfelungen und Wandgemälden der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Doch ein Blick auf das imposante mittelalterliche Bauwerk lohnt sich in jedem Fall.

Die Anfänge

Das Kernstück des Ansitzes, ein Turm aus dem Mittelalter, wurde um das Jahr 1500 von den Brüdern Kaspar und Christoph Herbst erworben. Damals sollte die Anlage als Vogteisitz dienen. Die Brüder bauten ihren Besitz zu einer ausgedehnten Anlage um, die zumindest teilweise auch Befestigungen aufwies. Die Anlage reichte bis zum sogenannten „Roten Turm”, der im Nordwesten des Dorfes Toblach liegt. Der „Rote Turm” war mit der eigentlichen Burg durch einen langen, unterirdischen Gang verbunden. In den Kellern der Burg befanden sich die Gefängnisse.

Tod im “Roten Turm”

Um den Turm und die Herbstenburg ranken sich Geschichten und Legenden. Eine dieser Überlieferungen erzählt, dass Christoph Herbst für seine adligen Freunde auf der neu erbauten Burg ein Fest gegeben habe. Als die Festlichkeiten auf dem Höhepunkt waren, kam ein Schließer in den Festsaal. Er teilte dem Vogt mit, dass ein Landstreicher gebracht worden sei. Der Mann sei von sehr schlechtem und verdächtigem Aussehen und sei alles andere als vertrauenswürdig. Christoph Herbst war schon nicht mehr nüchtern und wies den Mann an: „Sperr ihn in den Turm derweil.” Die üblichen Verliese in den Kellern der Herbstenburg waren zu der Zeit alle belegt. Der Landstreicher wurde also in den Turm gesperrt.

Nach vielen Wochen, nach weiteren Festen und Reisen fiel Christoph von Herbst der Landstreicher wieder ein. Niemand hatte mehr an ihn gedacht, und so war er elendig in dem Turm umgekommen. Der Vogt pilgerte mit seiner Gemahlin, die gleichfalls tief betroffen durch das Geschehen war, nach Rom. Beide legten ein Gelübde ab, den Rest ihres Lebens eine eiserne Kette um den Hals zu tragen. Auf ihrem Grabstein an der Toblacher Kirche ist das Ehepaar denn auch mit Ketten abgebildet.

Die Herbstenburg und Kaiser Maximilian I

Die prachtvollen Feste, durch die der arme Landstreicher in seinem Verlies vergessen wurde, wurden wohl zu Ehren des Kaisers Maximilian I. von Habsburg veranstaltet. Der hielt sich in den Jahren 1508 bis 1511 in Toblach auf. Sein Hofquartier war die Herbstenburg. Seine Spuren sind noch heute rund um die Herbstenburg zu sehen. So errichtete er dort den ältesten Tiroler Kreuzweg. Seit August 2009 steht neben der Herbstenburg eine große und imposante Statue des Kaisers.

Bilder:

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