Die Ruine des Schlosses Kehlburg in Gais

Oberhalb der Gemeinde Gais im Tauferer Ahrntal und damit in der Südtiroler Bezirksgemeinschaft Pustertal befindet sich die Ruine des einstigen Schlosses Kehlburg. Die Ruine liegt auf einer Höhe von 1.188 Metern über dem Meeresspiegel und ermöglicht mit ihrer Lage, dass sich von hier aus ein Ausblick in das Tauferer Tal und in das Brunecker Talbecken bietet.

Die Geschichte von Schloss Kehlburg

Die Geschichte von Schloss Kehlburg reicht bis zur Jahrtausendwende in das zweite Jahrtausend nach Christi zurück. Der Heilige Bischof Albuin kaufte im jahr 995 einen Hof, welcher damals dem Edelmann Liuto gehörte und sich auf dem Kehlburg-Plateau befand. An dieser Stelle wurde dann in der Zeit von 975 bis 1006 die Burg, die sogenannte „Chela-Burg“ errichtet.

Es vergingen einige Jahrhunderte, in denen die Kehlburg entweder zu Pfand oder zu Lehen gegeben wurde. Im Jahr 1462 wurde die Burg Kehlburg an Venedig übergeben. Dies geschah nach einem zuvor stattfindenden Streit, welchen der Kardinal Cusanus und Herzog Sigmund miteinander ausgetragen hatten. Der Streit wurde durch den Kompromiss beendet, durch den dann nicht nur die Kehlburg, sondern auch weitere Burgen des Hochstifts an Venedig kamen. Das Ende des Streits brachte die Kehlburg wieder in das Eigentum der Kirche. In der Folgezeit verlieh im Jahr 1487 der Bischof Golser die Burg an den aus Gais stammenden Sigmund Dinkhauser. Ab den 1440er Jahren befand sich die Kehlburg im Besitz der Herren von Rost, welche es über dreieinhalb Jahrhunderte auch behielten.

Herren von Rost

Dass sich die Kehlburg im Besitz der Herren von Rost befand, ist auf Hans II. von Rost zurückzuführen. Dieser übernahm im Jahr 1521 das Richteramt und wurde im Jahr 1543, als die Türken einem Gerücht zufolge sich dem Pustertal näherten, zum brixnerischen Hauptmann im Pustertal ernannt. In diesem Amt konnte er einige Verdienste nachweisen. Daher wurde er mit der Kehlburg belohnt. Aber nicht nur die Verdienste als Hauptmann waren der Grund, dass er die Kehlburg als Lehen erhielt. Der damalige Bischof sah mit Hans II. von Rest den richtigen Mann, der die zu dieser Zeit ziemlich verfallene Burg wieder renovieren konnte. Daher war die Lehensverleihung mit der Bedingung verbunden, die Schlossanlage wieder aufzubauen.

Hans II. von Rost steckte viel Energie in die Erneuerung der Kehlburg. So wurden durch ihn beispielsweise das Innere der Burg und die Schlosskapelle komplett erneuert. Am Palas wurden mehrere Holzsöller und Erker angebracht. Bei den Erneuerungsarbeiten hatte Hans II. von Rost selbst mit zugepackt. Er zog sich bei diesen Arbeiten schließlich sogar tödliche Verletzungen zu, als er im Jahr 1577 auf einem Baugerüst ausrutschte.

Nachdem die Kehlburg sich innerhalb der Familie von Rost immer weiter vererbte, wurde diese von Karl von Rost im Jahr 1891 verkauft. Käufer war Dr. Sigmund Bubic, Weihbischof von Kaschau in Ungarn. Dieser Bischof steckte enorme finanzielle Mittel in die Kehlburg, um diese wieder zu erneuern. Nachdem Hans II. von Rost verstorben ist, hatten die Herren von Rost die Kehlburg nämlich ziemlich vernachlässigt, was Erhaltungsarbeiten betraf.

Nachdem Dr. Bubic die Kehlburg – er hatte sich mit der Kehlburg an den finanziellen Ruin getrieben – verkaufte, wurde Wilhelm Assia Steffen, reichsdeutscher Konus im Jahr 1907 der neue Besitzer der Kehlburg. In der Folgezeit, nach dem Ersten Weltkrieg, kam die Kehlburg an Italien. Vom italienischen Staat kaufte schließlich Commendatore Vascellari die Kehlburg, dessen Erben diese noch heute besitzen.

Der Brand im Jahr 1944

Am 30.04.1944 wurde die Kehlburg von einem Feuer heimgesucht. Was den Brand an diesem Tag ausgelöst hat, konnte bis heute nicht ermittelt werden. Allerdings bedeutete der Brand einen enormen Substanzverlust für die Kehlburg, da diese fast vollständig ausgebrannt ist.

Um auf der Kehlburg in der Burgkapelle zum Heiligen Erasmus heilige Messen zu lesen und zu der damaligen Burg Kreuzgänge zu unternehmen, setzte sich Anton Hopfgartner, Pfarrer aus Gais, dafür ein, dass diese wieder einigermaßen hergestellt wurde und ein neues Dach bekam.

Von der restlichen Burg ist heute allerdings nurmehr eine Ruine erhalten, da ein weiterer Wiederaufbau bzw. eine Renovierung nach dem Brand im Jahr 1944 bis heute nicht erfolgt und aktuell auch nicht geplant ist.

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