St. Martin in Thurn im Pustertal

Sankt Martin in Thurn ist eine Gemeinde, die im Pustertal in Südtirol liegt. Die Gemeinde ist neben Wengen, Corvara, Abtei und Enneberg eine von fünf ladinischen Gemeinden des Gadertales. Deutlich wird dies, wenn man sich die Sprachgruppen der Einwohner einmal genauer ansieht. So haben von den etwas mehr als 1.700 Einwohnern 97,24 Prozent Ladinisch als Muttersprache. Nur 1,68 Prozent gehören der deutschen und nur 1,06 Prozent der italienischen Sprachgruppe an.

Der ladinische Name der Gemeinde lautet „San Martin de Tor“, der italienische Name lautet „San Martino in Badia“. Zur Gemeinde Sankt Martin in Thurn gehören die Fraktionen Campill und Untermoi. Von den etwa 1.700 Einwohnern der Gemeinde wohnen zirka 800 im Hauptort, während zirka 600 in Campill und zirka 300 in Untermoi leben.

Auf dem Gemeindegebiet von St. Martin in Thurn liegt der Peitlerkofel, ein Berg mit einer Höhe von 2.875 Metern über dem Meeresspiegel, der zum Naturpark Puez-Geisler gehört. Aber auch die Geisler Spitze mit einer Höhe von 3.025 Metern befindet sich in unmittelbarer Umgebung der Gemeinde. Das Gemeindegebiet von St. Martin in Thurn selbst erstreckt sich über einen Höhenunterschied von 1.035 Metern bis zu 2.909 Metern, während das Ortszentrum auf einer Höhe von 1.135 Metern über dem Meeresspiegel liegt.

Sehenswürdigkeiten

Schloss Thurn

In Sankt Martin in Thurn liegt das Schloss Thurn, welches sich seit dem Jahr 1996 im Besitz des Landes Südtirol befindet. Die Geschichte von Schloss Thurn begann im 12. Jahrhundert. Zu jener Zeit wurde das Schloss erbaut und beherbergte einmal das Gericht „Thurn an der Gader“. Das Schloss Thurn gilt als Wahrzeichen Ladiniens.

Schon alleine das Schloss gibt Auskunft über die Geschichte der Dolomitenladiner. Die Dolomitenladiner sind die älteste Sprachgruppe in Südtirol und sind die Nachfahren der romanisierten Urbevölkerung Südtirols. In Südtirol existieren mit der ladinischen, deutschen und italienischen Sprachgruppe insgesamt drei Sprachgruppen. Aufgrund der Vergangenheit von Schloss Thurn eignete sich dieses hervorragend, um in diesem das Ladinische Landesmuseum unterzubringen.

Ladinisches Landesmuseum

Das Ladinische Landesmuseum wurde im Jahr 2001 eröffnet und ist in den Räumlichkeiten von Schloss Thurn. Der offizielle Name des Museums lautet „Ladinisches Landesmuseum Schloss Thurn“.

In dem Ladinischen Landesmuseum kann man umfangreiche Informationen zu der ladinischen Bevölkerung erhalten. Geschichte, Kultur und Sprache werden in multimedialer Form in diesem Museum eindrucksvoll dargestellt. Aber nicht nur die Geschichte der ladinischen Bevölkerung ist ein Themenbereich des Museums. Auch über die ladinische Sprache selbst werden interessante Informationen veröffentlicht. Aber auch die Entstehung, Entdeckung und Erschließung der Dolomiten – die übrigens im Jahr 2009 von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkannt wurden – wird im Ladinischen Landesmuseum dargestellt.

Bad Valdander

Mit dem sogenannten „Bauernbadl“ hat die Gemeinde Sankt Martin in Thurn ein eigenes Bad, das zugleich aufgrund des Heilwassers als Heilbad zählt. Das Heilbad Bad Valdander befindet sich auf der Strecke zwischen dem Schloss nach Untermoi und liegt auf einer Höhe von 1.443 Metern über dem Meeresspiegel. Der Name des Bades ist auf „Val d´Ander“ zurückzuführen, was übersetzt „Höhlental“ bedeutet.

Schon vor Jahrhunderten sollen die Menschen in diesem Gebiet das Wasser, welches aus Bellerophonschichten – das sind tuffsteinartige Felsen – stammt, als Heilwasser entdeckt haben. In Felsgrotten wurde das Wasser als Heilwasser genutzt, was Blutarmut, Bleichsucht, Muskel- und Nervenerkrankungen, Gicht, Rheuma, Geschwüren und chronischen Hautausschlägen entgegenwirken sollte und auch noch heute soll.

Das Badegebäude, welches heute vorgefunden wird, stammt bereits aus dem Jahr 1970, das Bad wurde allerdings erstmals im Jahr 1820 mit Kapelle angelegt.

Die Umgebung von Sankt Martin in Thurn

Die Umgebung von Sankt Martin in Thurn hat einiges zu bieten. Dies ist ein wesentlicher Grund dafür, dass in diese Gemeinde jährlich zahlreiche Gäste und Urlauber kommen. Zu jeder Jahreszeit wird hier etwas geboten, was den Gästen Erholung und eindrucksvolle Erlebnisse verspricht.

Im Sommer laden herrliche Wander- und Klettertouren ein, die einmalige Landschaft zu genießen. Nicht nur der auf dem Gemeindegebiet liegende Peitlerkofel, sondern der gesamte Naturpark Puez-Geisler und das Feriengebiet Kronplatz bieten unzählige Möglichkeiten, sich in der Bergwelt aktiv zu betätigen.

Im Winter bieten hauptsächlich die Skiregion Dolomiti Superski und das Skigebiet Kronplatz beste Bedingungen für Wintersportler aller Art.

Zahlreiche Hotels, Residencen, Pensionen und Bauerhöfe in St. Martin in Thurn bieten ein umfangreiches Angebot an Unterkünften.

Alle, die in Sankt Martin in Thurn ihren Urlaub verbringen möchten, erwartet ein interessantes und attraktives Urlaubsziel. Auch wegen eventueller Verständigungsschwierigkeiten müssen sich die Gäste keine Sorgen machen. Obwohl es sich bei der Gemeinde um eine der wenigen ladinischen Gemeinden des Gadertales handelt, kann man sich hier auch ohne Probleme in deutscher oder italienischer Sprache verständigen.

Sonstiges

Das Wappen der Gemeinde Sankt Martin in Thurn zeigt auf dessen linker Seite das Wappen des Gerichtes Tor. Ein Kreuz über einem Hügel wird auf der rechten Seite des Wappens abgebildet. Dies soll das Wappen der Noblen von Freyegg von Picolin sein, die allerdings schon im Jahr 1390 ausgestorben sind.

In Sankt Martin in Thurn befindet sich auch der Hauptsitz des ladinischen Kulturinstituts „Micurà de Rü“.

Weitere Artikel zum Thema: