Schloss Neuhaus in Gais

In Gais in der Südtiroler Bezirksgemeinschaft Pustertal befindet sich das Schloss Neuhaus. Das Schloss liegt auf einer Hügelkuppe und kann von der Talstraße bei Gais in etwa einer Viertel Stunde erreicht werden. Wer den Waldweg von Uttenheim nehmen möchte, um zum Schloss zu kommen, der sollte sich für den Weg etwa eine Stunde Zeit nehmen. Allerdings ist dieser Weg – es handelt sich um einen Waldweg – sehr zu empfehlen, da dieser zum einen sehr still, zum anderen angenehm zu gehen ist.

Die Geschichte von Neuhaus

Die Geschichte des Schlosses war sehr abwechslungsreich. Teilweise musste das Schloss Neuhaus derart „stürmische“ Zeiten erleben, dass es alles andere als selbstverständlich ist, dass das Schloss bzw. die Burg heute überhaupt noch existiert. Denn schon kurz nach der Erbauungszeit wurde der Befehl gegeben, die Burg wieder zu zerstören.

Die Erbauungszeit datiert auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts. Die Herren von Taufers erbauten in den Jahren 1240 bis 1245 das Schloss, jedoch führten diese zur Zeit der Erbauung von Neuhaus einen Streit gegen die Rodanker. Der Brixener Bischof Egno trat in dem Streit zwischen den Herren von Taufers und den Rodanker als Vermittler auf und forderte im Jahr 1248 die Zerstörung der Burg Neuhaus. Dieser Forderung wurde – zum Glück – jedoch nicht nachgekommen. Das Schloss war zu seiner Entstehungszeit relativ klein angelegt. Die Stelle, an der sich das Schloss Neuhaus befindet, soll schon zu prähistorischer Zeit als Siedlungsplatz genutzt worden sein.

Als die Herren von Taufers Neuhaus erbauten, handelte es sich um eine relativ kleine und beschauliche Anlage. Dies konnte anhand der alten, heute noch vorhandenen Mauerreste, festgestellt werden. Den Namen „Neuhaus“ erhielt das Schloss bzw. die Burg, da die Herren von Taufers die Anlage als das „Neue Haus“ erbaut hatten und daraus der noch heute geltende und bekannte Name resultierte.

Zirka ab dem Jahr 1600 ist Neuhaus immer mehr verfallen, so dass es sich etwa um das Jahr 1800 nurmehr um eine Ruine handelte. Bessere Zeiten erlebte Neuhaus ab den Jahren 1924. Im Jahr 1924 erwarb der Graf Dr. Cäsar Straßsaldo-Grafenberg die Schlossanlage und hatte die komplette, bereits verfallene Anlage, vollständig erneuert. Bei dem Palas handelt es sich um ein dreigeschossiges Gebäude, welches ab den Jahren 1924 im Zuge der Renovierung bzw. des Wiederaufbaus auf den Resten des alten Gemäuers aufgebaut wurde.

Wallfahrtskirche

Im Jahr 1601 wurde am unteren Schlossplatz die Burgkapelle Schloss Neuhaus erbaut. Diese Kapelle wurde bald ein beliebter Wallfahrtsort. Doch auch an dieser Kapelle nagte der Zahn der Zeit, so dass diese renoviert werden musste. Dies geschah im Jahr 1999 auf Veranlassung der Familie Hofer.

Das Schloss Neuhaus heute

Das Schloss Neuhaus befindet sich seit vielen Jahren in Privatbesitz, ist allerdings für Besichtigungen zugänglich. Wer möchte, kann in dem Schloss auch seine eigenen Feiern abhalten. So dient das Schloss Neuhaus durchaus als historische Örtlichkeit für Hochzeitsfeiern oder Taufen. Hierfür steht eine eigene Burgkapelle zur Verfügung, die einen Hauch des Mittelalters erlebbar macht. Der an die Burgkapelle angrenzende Schlossgarten vervollständigt das Flair des Mittelalters und dessen Idylle. Der Rittersaal und die alten Wandgemälde verleihen einer Feier einen besonderen, nur selten vorzufindenden feierlichen Rahmen.

Namhafte Künstlergruppen – auch international – werden vor allem im Sommer engagiert und versprechen den Gästen einen unvergesslichen Tag bzw. Abend auf Schloss Neuhaus. Musikveranstaltungen, Freilichtspiele und Kunstveranstaltungen ziehen zahlreiche Gäste auf das Schloss Neuhaus. Und wer sich auf Schloss Neuhaus stärken möchte, dem wird ein Besuch der Burgschenke empfohlen, die die Gäste zur Rast einlädt.

Oswald von Wolkenstein und das Schloss Neuhaus

Oswald von Wolkenstein, der wohl bekannteste Ritter, Dichter und Minnesängers des Mittelalters, hat auf Schloss Neuhaus einige Zeit seines Lebens verbracht. In den 1420er Jahren wurde er vom Görzer Grafen als Pfleger eingesetzt. Aus dieser Zeit stammt sein Gedicht „Jetterin von Lanebach“, in dem er einen Vogelfang oberhalb von Schloss Neuhaus beschreibt. Doch nicht nur die Vögel hatte er auf dem Berg oberhalb von Schloss Neuhaus gefangen, auch eine attraktive Jetterin – also eine Unkrautjäterin – hatte er sprichwörtlich in seinem Gedicht gefangen.

Weitere Informationen sind unter: http://www.schloss-neuhaus.com zu finden.

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